Die junge Drogistin Livia Wyss sagt mit Überzeugung: «Wir haben im Geschäft weniger Abgaben, und es fliesst Geld dorthin zurück, wo unsere Kundschaft wohnt.» Sie steht zwischen den Regalen mit Medikamenten und anderen Artikeln in der Filiale des Drogerie- und Gesundheitszentrums Riesen in Riggisberg. Und reicht kurz darauf dem Pensionär Christian Wohlwend die Einkäufe in einer Tasche über die Theke. Bezahlt hat dieser mit einer Karte, auf der in Grossbuchstaben das rätoromanische Wort für die Farbe Grün steht: Verd.
Die Profiteure umgehen
Wer in der Schweiz etwas kauft, bezahlt meist ohne Bargeld: Im Jahr 2025 waren es noch 23 Prozent aller Transaktionen, die bar erledigt wurden. Der Rest wurde via mobile Geräte, Bank- und Kreditkarten beglichen. Das zeigt die Studienreihe «Swiss Payment Monitor», die unter anderem von der Universität St. Gallen und der Zürcher Fachhochschule für Angewandte Wissenschaften getragen wird.
Was Konsumierende kaum merken, ausser dass sie leicht erhöhte Preise berappen: Bei jedem Bezahlvorgang müssen die Geschäfte eine Gebühr entrichten. Bei der beliebtesten Bezahlversion ist das jeweils etwas über ein Prozent des Preises – je nach Einkauf und Ladengrösse ist es ziemlich verschieden. Bei Kartensystemen kann es auch deutlich mehr sein. Alles in allem auf jeden Fall: nicht wenig Geld, das da in die Kassen der Systemanbieter und der Banken fliesst.
