Catherine Berger wird neue Kirchenratspräsidentin im Aargau

Wahlen

Die Synode der Reformierten Landeskirche Aargau hat die Juristin Catherine Berger zur neuen Kirchenratspräsidentin gewählt. 

Mit deutlicher Mehrheit wählte die Synode der Reformierten Landeskirche Aargau am Mittwoch in Aarau ihre neue Präsidentin. Catherine Berger, 61-jährige Rechtsanwältin, Mediatorin und bisherige Vizepräsidentin des Kirchenrats, übernimmt das Präsidium ab 2027. Sie ist erst die dritte Frau in 160 Jahren Synode, die dieses Amt bekleidet.

In den Voten vor der Wahl sprachen sich die meisten Fraktionen für Berger aus. Ihre juristische Kompetenz, die langjährige Erfahrung im Kirchenrat und die gute Vernetzung auf nationaler Ebene überzeugten die Mehrheit. Einzelne Synodale warben für den Gegenkandidaten Martin Kuse – Pfarrer in Holderbank-Möriken-Wildegg und bekannt als ehemaliger «Wort zum Sonntag»-Sprecher – und betonten, dass Reformen nicht am Schreibtisch entstehen, sondern im Kontakt mit den Menschen in den Kirchgemeinden.

Auch Strukturentscheid

Die Wahl war auch eine Strukturentscheidung: Unter Berger werden Kirchenratspräsidium und Leitung der Landeskirchlichen Dienste erstmals getrennt geführt. Kuse hätte beide Ämter in Personalunion übernommen. Für viele Synodale war diese Frage ausschlaggebend – damit die strategische Leitung nicht im Tagesgeschäft versinkt.

«Ich bin überwältigt», sagte Berger nach der Wahl. Sie wolle das Amt «mit Herz, Hand und Verstand anpacken» und dankte Kuse: Er sei «jederzeit ein fairer Mitstreiter – kein Gegenkandidat – gewesen.»

Kuse nahm das Resultat gelassen. Er werde «auf andere Weise an dieser Kirche mitbauen» und glaube an die Kraft des Evangeliums, «die wieder leuchten kann».

Berger, seit 2019 im Rat der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz tätig, tritt die Nachfolge von Christoph Weber-Berg an, der nach 14-jähriger Amtszeit nicht mehr kandidierte.