Gregor als junger Student in einer Bar in Bern, rotes lockiges Haar, ein Bier in der Hand. Vor ihm steht eine junge Frau mit blonden Zöpfen, der er gern imponieren möchte. Der angehende Theologe erzählt Lisbeth von Jakob aus der Bibel. Die Buchhändlerin staunt schmunzelnd über den jungen Mann.
Sprung. Gregor steht viele Jahre später vor dem Spiegel im Bad. Seine Haare sind silbergrau geworden, die blauen Augen wirken wässerig.
Mit diesen zwei Szenen beginnt Andreas Paulis Buch «Königsweg nach Sukur». Zwischen den Bildern seines Alter Ego spannt der pensionierte Aargauer Pfarrer bewegende Szenen aus seinem Leben auf. Schicksalshafte Momente, Brüche, gerade Wege und Umwege, die erst im Rückblick ihr Gewicht zeigen.
Ordnung und Sinnsuche
Dabei hatte er dieses Buch gar nicht geplant. Den Entscheid, seine persönlichen Texte zu veröffentlichen, traf Pauli während eines Spaziergangs mit seinem Hund an der Aare bei Rupperswil, wo er lebt. In der Nähe jener Bank am Fluss, auf der auch Gregor im Buch immer wieder gedanklich in die Vergangenheit reist, erzählt er von diesem Moment: «Ich habe mich damals gefragt, ob das jetzt wirklich noch sein muss, nach einem arbeitsreichen Leben, nebst Enkelhüten, Chorsingen und Spanischlernen.» Aber da sei der starke Wunsch gewesen, seine Erinnerungen und Gedanken in eine Form zu giessen, eine innerliche Ordnung zu schaffen. «Ich wollte mir begegnen, mich mir selbst stellen.» Auch verband er das Schreiben mit der Hoffnung, auf diese Weise vielleicht den Sinn des Lebens zu finden.
