Beim fiktiven Treffen im «Ochsen» kommen bei den Dreien die historisch belegten Kindheitserinnerungen wieder hoch. Dabei beleuchtet das Stück, wie Albert Bitzius als Vater war, welche Lebenswege seine Kinder einschlugen und wie es ist, wenn die Tochter eines berühmten Schriftstellers selbst Schriftstellerin werden will. Thematisiert wird auch, welche Rolle die Mutter, Henriette Bitzius-Zeender, für den literarischen Erfolg ihres Mannes spielte. «Es geht eigentlich um die Frage, was von jemandem bleibt, wenn er nicht mehr da ist, und was die Erinnerungen mit uns machen», sagt Burkhalter.
Und mag es dabei auch um Schwieriges gehen, wie etwa um die Frage, warum ein Vater sein Kind in ein Waisenhaus gibt, verspricht Burkhalter, dass im Stück die Leichtigkeit, die der Gattung Musical innewohnt, nicht zu kurz kommt. Die von Bruno Leuschner komponierte Musik spanne einen Bogen von der Volksmusik bis zum Broadway. «Manchmal klingt es nach Emmental, mal nach Disney», fasst es Burkhalter zusammen.
30 Jahre Freilichtspiele Moosegg und gleichzeitig letzte Saison
Mit dem Musical – und auch dem von Burkhalter frei nach Gotthelf geschriebenen Volksstück «Hansjoggeli!», das im Juli und August gezeigt wird – feiern die Freilichtspiele Moosegg heuer ihr 30-Jahr-Jubiläum. Zugleich ist es auch ihre letzte Saison. Der Entscheid zum Aufhören sei gefallen, weil die Finanzierung mittelfristig schwierig geworden wäre. «Wir hätten noch gut ein paar Jahre weitermachen können, haben uns nun aber entschieden aufzuhören, wenn es am schönsten ist», sagt Burkhalter.