Kinderzeichnungen und farbenfrohe Bilder schmücken die Wände in Zoya Miaris Büro. Auf einem hält eine Frau im gelb-braun gestreiften Kleid einen Blumentopf in den Armen. Ein anderes zeigt eine Stadt am Meer, eingefasst von einem ockergelben, mit kunstvollen Ornamenten verzierten Mauerbogen.
«Farben machen, dass wir uns lebendig fühlen», sagt die gelernte Pflegefachfrau, die als soziokulturelle Animatorin im AOZ Ettenfeld arbeitet, einer Kollektivunterkunft für Asylsuchende und Geflüchtete in Zürich. Kürzlich habe ihr eine Ukrainerin gesagt, sie bringe Leben ins Zentrum. «Das hat mich sehr gefreut, auch weil mein Name, Zoya, Leben bedeutet», sagt die 27-Jährige, die alle beim Vornamen nennen.
Die Flucht in den Krieg
Zoya kennt die verschiedenen Facetten von Flucht aus eigener Erfahrung. Sie ist im Libanon in einem Flüchtlingscamp geboren und aufgewachsen. Ihr palästinensicher Grossvater war 1948 in den Libanon geflüchtet. Nach der Gründung des Staats Israel mussten damals viele Bewohner ihre Dörfer verlassen.
Die Verhältnisse im Camp seien eng gewesen, Gewalt war allgegenwärtig. «Die palästinensischen Menschen hatten im Libanon nicht die gleichen Rechte wie die einheimische Bevölkerung», sagt Zoya.
