Der Glaube an die Auferstehung Jesu war mir in letzter Zeit oft eine Stütze. Wie viele Medien und auch «reformiert.» intensiv berichteten, besetzen Beamte der Einwanderungsbehörde seit Dezember meinen Heimatstaat Minnesota. Sie richten Chaos an, verschleppen und deportieren Nachbarn, die viel-fach legal im Land sind, sie ermordeten gar Bürgerinnen und Bürger auf offener Strasse.
Viel Wut, Trauer und Angst
Die Beamten werden zunehmend abgezogen, aber ihre Präsenz hat viel Wut, Trauer und Angst hinterlassen. Die Besetzung ist nicht vorbei, ihre Ziele werden weiterhin verfolgt. Wir leben noch immer unter einer Bundesregierung, die sich wiederholt zu den Grundsätzen des weissen christlichen Nationalismus bekannt hat – einer Ideologie, die anhand einer eng gefassten, rassistisch geprägten Definition von Staatsbürgerschaft festlegt, wer zu unserem Land gehört und wer nicht. Dieses Übel gedeiht aus Angst, Gewalt und Dominanz und erfordert unseren unermüdlichen Widerstand. Und so habe ich mich immer wieder der Wahrheit der Auferstehung Jesu zugewandt, als Quelle der Kraft für mein eigenes Engagement.
Es ist wichtig, sich dessen bewusst zu sein, dass Jesus durch die Besatzungsmacht Rom hingerichtet wurde, während das eigene Volk Widerstand leistete. Die Ermordung Jesu war in Tat und Wahrheit ein Akt der politischen Einschüchterung und die Kreuzigung ein Mittel, um den Widerstand mit grauenvoller Gewalt und Macht zu unterdrücken.
Die Kraft der Liebe
Die Auferstehung Jesu aber steht für die Niederlage des Imperiums, das sich mit Tod und Angst verbündet. Es obsiegt die Kraft der Liebe Gottes. Der verstorbene Reverend James Cone, Vater der sogenannten Black Theology, schreibt in seinem zentralen Werk «The Cross and the Lynching Tree», es gebe eine tiefe Verbindung zwischen dem Tod Jesu und der systematischen Ermordung marginalisierter Menschen überall auf der Welt. Nicht zuletzt den Lynchmorden an schwarzen Amerikanern, die Ausdruck jenes Bösen sind, das der weisse christliche Nationalismus und die weisse Vorherrschaft verkörpern.
