Sie sind in dicke Wintermäntel eingepackt, darüber tragen sie farbige Stolen, die sie als Geistliche kennzeichnen. Polizeibeamte bringen sie zu einem Bus, die Hände mit Kabelbindern gefesselt: Die Bilder von rund 100 Pastorinnen und Pastoren, die am Flughafen Minneapolis-Saint Paul festgenommen wurden, weil sie gegen die Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump und seiner Regierung demonstrierten, gingen unlängst um die Welt.
Unter ihnen war Jered Weber-Johnson, Pfarrer der St. John the Evangelist Episcopal Church in Saint Paul und regionaler Dekan. Die Proteste, an denen 700 Pfarrpersonen aus dem ganzen Land und von verschiedensten Konfessionen teilnahmen, beschreibt er als einen «zutiefst heiligen Augenblick». «Wir beteten und sangen gemeinsam über Unterschiede hinweg», berichtet er im Gespräch mit «reformiert.». Bei der Festnahme hätten die Polizisten die Geistlichen respektvoll behandelt. Der Protest am Flughafen, einer Drehscheibe für Abschiebungen, rückte neben all den Bildern von Gewalt durch vermummte und hochgerüstete Beamte der Abschiebepolizei ICE kurzzeitig die Kirchen in den Fokus.
