Es war eine bezaubernde Stimmung. Jede Bank der Badener Stadtkirche war besetzt, selbst im Chor sassen Menschen, zwischen ihnen zwei Frères aus der Gemeinschaft Taizé in Frankreich. Hunderte weisse Kerzen erleuchteten den Raum, und mit einem ergreifenden Stimmvolumen wurde Lied um Lied gesungen. Mit der «Nacht der Lichter» am Pfingstsonntag endete der erste von anderthalb Taizé-Tagen im Rahmen der Jubiläumsfeier DisputNation in Baden. 500 Jahre nachdem in der Aargauer Stadt Katholiken und Reformierte in einem tagelangen Disput um Anerkennung rangen, herrschte friedlichste Ökumene.
Begegnung statt Belehrung
Acht Stunden früher. Zum lauten Geläut strömen Menschen in die Kirche, junge, ältere, viele mit dem Taizé-Kreuz an einer Halskette. Claudio Tomassini, katholischer Pfarreileiter und einer der beiden Köpfe hinter der DisputNation, begrüsst sie alle sichtlich gut gelaunt und bringt die Gäste rasch miteinander in Verbindung. Wer seine Fragen mit Ja beantworten kann, muss aufstehen. Wer spricht Deutsch? Wer Französisch? Wer ist nicht aus der Schweiz? Wer war schon in Taizé? Schon herrscht eine aufgeschlossene Stimmung.
