Das Hospiz Bern ist eines von drei dreijährigen Pilotprojekten der kantonalen Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI). Die GSI hat eine Spezialfinanzierung zugesichert, damit alle Menschen Zugang zu einem Hospizaufenthalt erhalten – unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Situation. Bei der Finanzierung seien noch «letzte Punkte in Verhandlung». Klar ist aber: Die Stiftung Hospiz Mon Soleil Bern bleibt auf Spenden angewiesen. Eine Anschubfinanzierung des Kantons Bern gibt es nicht.
Freude bei den Landeskirchen
Claudia Graf ist bei den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn (Refbejuso) Beauftragte für Spezialseelsorge und Palliative Care. Sie freut sich über die Eröffnung des Hospizes im kommenden Sommer. «Das ist ein wichtiger Schritt zur Ergänzung im Angebot von Palliative Care», sagt Graf. Für die Sorge um pflegebedürftige Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen Erkrankungen und deren Angehörige arbeitet sie eng mit den katholischen und christkatholischen Landeskirchen sowie den jüdischen Gemeinden zusammen unter dem Dach der Interkonfessionellen Konferenz (IKK).
In deren Rahmen ist auch vereinbart, dass die katholische Kirche Stellenprozente für die Seelsorge im Hospiz bereitstellt, während die reformierte Kirche Stellenprozente in den Mobilen Palliativdiensten finanziert. Menschen zu begleiten, wenn es um die Endlichkeit des Lebens geht, sei wichtig, hält Claudia Graf fest. «Hier können wir bei spirituellen Fragen unterstützen und da sein für die Menschen.»
Wo bereits Hospize bestehen
Im Kanton Bern sind zurzeit in der Interessengemeinschaft Hospiz Kanton Bern fünf Projekte vereint: im Jura, Seeland, Schwarzenburgerland, Oberland (alle in Planung) und eben jenes in der Stadt Bern. Der Dachverband Hospize Schweiz listet weitere bestehende auf in den Kantonen Aargau, Luzern, Schwyz, Solothurn, St. Gallen, Wallis (zwei) und Zürich. Zudem gibt es das Kinderhospiz Allani in Bern (seit 2024).
Gemäss der Berner Interessengemeinschaft ist die «lückenhafte Finanzierung» ein Hauptgrund für die erst wenigen Hospize in der Schweiz. Die Krankenkassen gelten das Wohnen und die Verpflegung sowie teilweise Kosten für Pflege und Betreuung heute nicht vollständig ab – obwohl der Aufenthalt in einem Hospiz in den meisten Fällen günstiger ist als im Spital.