Ungefähr in der Mitte der Bahnstrecke von Bern nach Burgdorf zeigt sich rechterhand, umgeben von ebenem Acker- und Wiesland, ein kompaktes Dorf mit einer ortbildprägenden Kirche im Zentrum. Das Gotteshaus ist architektonischer Kristallisationspunkt und weithin sichtbare Wegmarke – und doch nicht dominant, nicht alles überragend. Kurz: eine Kirche, wie sie sein soll: mitten im Dorf, mitten unter den Leuten.
Von der reformierten Kirche Hindelbank ist die Rede. Der 1518 am Vorabend der Berner Reformation entstandene Bau erlitt im Jahr 1911 schweren Brandschaden und wurde in den folgenden zwei Jahren wiederaufgebaut. 2021 bis 2025 erfolgten Restaurierungsarbeiten; aus Anlass des nun vollendeten Werks ist soeben das Buch «Die Kirche Hindelbank – Geschichte und Geschichten» erschienen.
Das Panorama des Lebens
Bei Schriften über Kirchen handelt es in der Regel um kunsthistorische Abhandlungen mit Erläuterungen zur Architektur und Ausstattung; um Schriften also, die ein spezifisches Publikum ansprechen. Beim vorliegenden Band ging es den Initianten und Mitautoren Werner Krebs und Christoph Reichenau um mehr: nicht allein um Masse, Materialien, Formen und Farbe, nicht um Schmuck und Stuck, Ornament und Postament, sondern auch – und das zum grösseren Teil, um Hintergrund, Zusammenhänge, Menschen, Geschichten und einfühlsame Kunstbetrachtung.
