Unter dem Titel «Gotthelfs Kinder» zeigten die Freilichtspiele Moosegg im Juni ein historisch unterfüttertes Musical. Ausgehend von einem fiktiven Treffen der drei Kinder von Albert Bitzius alias Jeremias Gotthelf (1797–1854), nämlich Albert, Cécile und Henriette, bot das Stück Einblick in die literarisch belegte Kindheit der drei Figuren und zeigte, wie Albert Bitzius als Vater den Lebensweg seiner Kinder prägte und wie diese mit dem gewichtigen Erbe umgingen. Auch heute noch wirkt das Vermächtnis Gotthelfs auf seine Nachkommen nach, etwa den Berner Hans von Rütte.
Was bedeutet es Ihnen, ein Nachfahr Gotthelfs zu sein?
Hans von Rütte: Meinen Eltern, meinen Geschwistern und mir war das ziemlich egal. Einen Familiensinn hatten meine Eltern durchaus, doch es wäre ihnen gegen den Strich gegangen, diese Verwandtschaft zu betonen. Mein Elternhaus war stark reformiert geprägt. Es herrschte eine sehr kritische Haltung allem gegenüber vor, was Machtansprüche stellte, auch wenn es nur symbolische waren. Daher lag es meinen Eltern und Grosseltern fern, ihren berühmten Vorfahren zu glorifizieren.
