Ungezählte Ewigkeiten auf einen Blick

Wunder

Sommerzeit, Sternenzeit. Wer den Nachthimmel betrachtet, sieht ein Abbild der gesamten Weltgeschichte. Verrückt? Nein, wunderbar.

Nachts vor dem Zubettgehen kurz im Garten zu wandeln und zum Himmel aufzublicken: Das gehört für mich zu den Ritualen im Sommer. Hier zeigt sich das Sternbild des Kleinen Bären. Dort funkelt das Kreuz des Nordens. Und manchmal zieht ein Flugzeug in aller Stille eine blinkende Bahn.

Das Sternenmeer, die Planeten, der Mond, die Himmelsmechanik, die Jahreszeiten, der Lauf der Welt. All das geht mir durch den Kopf, wenn ich den schweigenden Nachthimmel betrachte.

«Und Gott machte zwei grosse Lichter: ein grosses Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne.» So steht es im Schöpfungsbericht der Bibel. Sonne, Mond und Sterne als Zeitmesser, als Himmelsuhr.

Diese Himmelsuhr hat es in sich. Wer die Sterne betrachtet, sieht je nachdem Lichtemissionen, die  bereits ausgestrahlt worden sind, als die Spezies Mensch erst am Entstehen war. So lange brauchte  das Licht, um auf die Erde zu gelangen. Bei einem anderen, näheren Stern hatte sich das Licht vielleicht um Christi Geburt herum auf die Reise gemacht. Und bei wieder einem anderen ungefähr um die Zeit, als Kolumbus in See stach. Und so weiter.

Das Sternenmeer ist ein Kaleidoskop, das auf der Erde alle Epochen des Werdens und Vergehens zeitgleich abbildet. Unfassbar, nicht wahr? Die Welt steckt voller Wunder. In diesem Sinn wünsche ich allen einen wundervollen Sommer, mit Wundererlebnissen unter freiem Himmel, bei Tag und bei Nacht.