Wie können wir jemandem helfen, dem es schlecht geht? Kim hat in den Weihnachtsferien beim Snowboarden ihr Knie verletzt. Sie dient den 15 Jugendlichen, die an diesem nebligen Samstagmorgen Mitte Januar im reformierten Kirchgemeindehaus Bülach einen «Letzte Hilfe»-Kurs besuchen, als Beispiel.
Gemeinsam mit Kursleiterin Deborah Niermann überlegt die Gruppe, was Kim nach dem Unfall alles gebraucht hat, damit es ihr wieder besser ging, was sie noch brauchen wird und was die Jugendlichen dazu beitragen können.
Fähigkeiten erkennen
«Wir haben Videocalls gemacht, als sie noch im Spital war», sagt Amélie, die neben Kim steht. Robert möchte Kim motivieren, auf das Snowboard zu steigen, sobald ihr Knie wieder heil ist.
Angesprochen wird auch das Gefühl, es unfair zu finden oder sich schuldig zu fühlen, wenn man verunfallt. Schnell wird klar, dass Kim nicht nur auf medizinische und körperliche Unterstützung angewiesen ist. Die psychische, soziale und spirituelle Dimension eines Menschen habe in einer solchen Situation ebenso Zuwendung nötig, sagt Niermann zu den Jugendlichen. «Ihr könnt herausfinden, in welchem der vier Bereiche ihr besondere Fähigkeiten und Talente habt.» Meistens gebe es ein oder zwei Felder, die einer Person besonders liegen.
Seit 2023 bieten die reformierten Landeskirchen, teilweise mit der katholischen Kirche und Palliative-Care-Vereinen, «Letzte Hilfe»-Kurse für Kinder und Jugendliche an. Bereits sechs Jahre länger gibt es die Schulungen für Erwachsene.
