Es sei ein Ort, um sich näherzukommen und jenem zu begegnen, das nicht gerade im eigenen Garten wachse, sagt Markus Bill; für ihn ist der in der Schweiz einzigartige Religionsgarten Aarburg nicht nur Herzensangelegenheit. Der Initiator des Projekts und Präsident des Vereins hinter dem Garten engagiert sich auch nach Jahren weiter dafür, dass das Projekt im Gespräch bleibt – in aller Munde sozusagen.
Das gilt aktuell ganz wörtlich. Für den 14. November lädt Bill zusammen mit reformierten, katholischen Kirchgemeinden, zwei Moscheen von Aarburg, den Bahá’i Olten und der methodistischen Kirche von Rothrist zum «interreligiösen Spaziergang». Dieser soll Gelegenheit bieten, Menschen verschiedener Religionen kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und gegenseitiges Verständnis zu fördern.
Verbindendes gedeiht im dritten Jahr
Der Garten im alten Friedhof des Aargauer Städtchens Aarburg wurde im Mai 2023 eröffnet. Acht Beete sind jeweils einem Thema gewidmet: Zierpflanzen, Gräser, Disteln und Dorniges, Gemüse, Wasserpflanzen, Getreide, Gewürze und Färberpflanzen. Separat hinzu kommen Reben und je ein Oliven- und Feigenbaum. Die Mühe vor dem Beginn hat sich gelohnt: Am Ende des dritten Gartenjahres gedeiht noch vieles der von einem mehrköpfigen Team herausgesuchten 80 Pflanzen mit Erwähnungen in der Bibel und im Koran.
Und Markus Bill stellt eine Erweiterung in Aussicht: Zusätzlich zu den bisherigen 200 Quadratmetern in kostenloser Pacht sei von der Stadt Aarburg eine zweite Parzelle im Alten Friedhof in Aussicht gestellt. «Da möchten wir Symbole der verschiedenen Religion in Form von Skulpturen und Objekte aufstellen, aus Holz, Metall, Stein und anderem.»
