Es war ein prophetischer Aufschrei in einem Kontext von Leid und Unterdrückung: Ende der 1960er-Jahre wurde in Lateinamerika die Bibel neu gelesen, radikal aus Sicht der Schwachen und Ausgegrenzten im Hier und Jetzt, mit dem Evangelium Jesu im Zentrum. Die Zeit war geprägt von Militärdiktaturen in Südamerika und Revolutionen in Mittelamerika und der Karibik und von grosser Armut fast überall.
Stärkung der Identität
Seither hat sich die Befreiungstheologie ständig weiterentwickelt. Sie ist diverser geworden. Immer neue Gruppen entdecken an immer neuen Orten der Verkündigung die Botschaft Jesu zur Stärkung ihrer eigenen Identität und Lebensrealität. Darum sprechen wir heute von unterschiedlichen Befreiungstheologien.
Inzwischen sind neue Stimmen, Anliegen und Gesichter hinzugekommen. Von Frauen, von indigenen, afrikanischstämmigen und von queeren Menschen.
