Warum ist die Schöpfungsinitiative eine gute Idee?
Tobias Adam: Wir können als Christinnen und Christen zeigen, wie wir mit den ökologischen Krisen umgehen. Sie sind die grössten Herausforderungen unserer Zeit und drohen unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. Wenn wir sie nicht bewältigen, ist nichts mehr möglich.
Und weshalb ist die Initiative schlecht für die Kirche?
Simone Schädler: Wir müssen die Menschen für den Umweltschutz gewinnen und dürfen sie nicht dazu zwingen. Freiwilligkeit dauert länger, nützt aber mehr als Zwang.
In der Kirchenordnung steht bereits jetzt, dass sich die Zürcher Landeskirche für die Bewahrung der Schöpfung einsetze. Löst sie dieses Versprechen ein?
Schädler: Die Frage ist, was Bewahrung der Schöpfung überhaupt bedeutet. «Seid fruchtbar und mehr euch» (Gen 1,28): Auch dieser Vers kann als Form der Schöpfungsbewahrung verstanden werden. Heute hat für mich der Einsatz für Frieden Priorität. Für Kriege wird unglaublich viel Geld verschwendet, sie zerstören die Umwelt. Abgesehen davon bin ich überzeugt, dass Leute, die den Gottesdienst besuchen, privat viel für den Umweltschutz tun. Dank ihrer Mitglieder erfüllte die Kirche diesen Artikel.
Adam: Dass der Grundsatzartikel in der Kirchenordnung steht, ist zwar wertvoll. Aber er ist zu unkonkret. Und wir leben ihn zu wenig.
