«Zwei aneinandergestellte Metalltische. Auf dem einen ein Computer, auf dem anderen ein Skizzenbuch, Stifte und eine Kurbelspitzmaschine. Was nüchtern aussieht, ist für mich ein Ort tiefsten Glücks.
Hier entstehen, meistens am Computer, meine Collagen für Zeitungen und Magazine, hier zeichne ich von Hand meine eigenen Projekte. Oft laufe ich hin und her, sitze mal auf der einen, mal auf der anderen Seite des Tischs, skizziere, zeichne und scanne Bilder.
Vom Stress in absolute Ruhe
Der Weg zum Glück beginnt manchmal mit Stress, vor allem bei neuen Kunden. Immer wieder fürchte ich dann, mir könnte nichts einfallen, dabei ist das noch nie passiert. Trotzdem ist der Anfang manchmal ein Knorz. Ich fluche, bin gereizt, in solchen Phasen darf mich niemand stören.
Statt aufzustehen und den Kopf auszulüften, mache ich genau das Falsche: Ich bleibe viel zu lange vor dem Computer sitzen, als wäre mein Kopf darin gefangen. Zum Glück fordert unser Hund zuverlässig einen Spaziergang ein, so dass ich oft an die frische Luft komme.
Wenn dann erste Bilder in meinem Kopf auftauchen, ist das jedes Mal ein kleiner Moment des Staunens. Wow, es kommt etwas! Ruhe breitet sich in mir aus, ich beginne zu arbeiten. Auch nach 25 Jahren als Illustratorin ist das jedes Mal ein grosses Glück. Wegen dieses Moments liebe ich meinen Beruf. Ich arbeite gern allein, ganz für mich an meinem Tisch. Kreiere Werke, die später in die Welt hinaus zu den Menschen gehen.
