«Mein Schreibtisch an sich ist ziemlich langweilig: ein funktionales Büromöbel. Genau das gleiche Modell haben auch viele Mitarbeitende der Berner Stadtverwaltung. Jedenfalls zeigte sich meine Schwiegermutter bei einem Besuch ganz verwundert, dass der Schreibtisch der Stadtpräsidentin nicht etwas mehr hermacht.
Umso spektakulärer ist dafür die Aussicht, wenn ich vom Schreibtisch aus dem Fenster schaue. Man sieht hinunter auf die terrassierten Gärten der Altstadt, auf die Aare, das Mattequartier und bis zu den Berner Alpen. Dieser Ausblick ist ein Privileg, und ich geniesse ihn jeden Tag aufs Neue.
Zum Glück bin ich eine Frühaufsteherin und kann so in aller Ruhe in meine langen Arbeitstage starten. An meinem Schreibtisch sitze – oder steh – ich nur, wenn ich tatsächlich Geschäfte lesen, vorbereiten oder am Bildschirm arbeiten muss.
Für Gespräche ungeeignet
Ich bin gern in Bewegung. Deshalb bin ich auch froh, dass ich die Höhe meines Tischs variieren kann.
Nie würde ich am Schreibtisch sitzen, wenn ich mit einer Person ein Gespräch führe oder wenn mehrere Personen zu einem Meeting kommen. Dann setzen wir uns an den grossen, ovalen Tisch beim Eingang.
Ein Schreibtisch ist eine Barriere zwischen Gesprächspartnern. Auch bei meiner früheren Tätigkeit als Psychotherapeutin sass ich nur für Büroarbeiten am Schreibtisch.
