«Ich habe noch nicht so lange drei Schreibtische. Das hat sich nach und nach ergeben. Mein erster ist der mittlere. Den habe ich während meines Studiums in Tübingen gebraucht erworben. In der Mitte ist die Zentrale, dort steht der Computer, alles kommt zusammen. Bei diesem in die Jahre gekommenen Holztisch ist das Funktionale im Vordergrund, nicht die Schönheit.
Den zweiten Schreibtisch habe ich damals für meine Frau Ya-Ping selbst gebaut. Sie brauchte ihn für ihre Arbeit, doch Geld für einen neuen hatten wir nicht. Da sie keine gebrauchten Möbel mag, habe ich ihr den Tisch aus Rotkernbuche gezimmert. Ich bin kein gelernter Handwerker, entsprechend schlicht ist er geraten, dafür ist er stabil.
Der selbst gebaute Tisch
Inzwischen hat meine Frau einen neuen Schreibtisch. Trotzdem wollte ich den selbst gebauten Tisch behalten, weil er ein Stück Geschichte für mich ist. Darauf lege ich vor allem Materialien aus dem Pfarramt ab. Etwa die Mappen der Konfirmanden bis zum nächsten Unterricht, eine Predigt, die ich noch als Audiodatei einsprechen will, oder den theologischen Kommentar zur Liturgie des nächsten Gottesdienstes.
In meinem Pfarrhaus habe ich ein grosses Arbeitszimmer und den Platz, noch einen dritten Schreibtisch aufzustellen. Ich arbeite wieder an einem Buch. Alles, was ich dafür brauche, liegt auf diesem funktionalen Büromöbel, das im Stil der 1960er-Jahre gebaut ist.
