Lebensfragen 25. Juli 2025, von Salome Roesch

Wie bleibt Liebe, wenn der Alltag überrollt?

Beziehung

Fachleute beantworten Ihre Fragen zu Glauben und Theologie sowie zu Problemen in Partnerschaft, Familie und anderen Lebensbereichen.

Mein Mann und ich sind seit 15 Jahren verheiratet, unsere Kinder 12 und 14 Jahre alt. Wir arbeiten beide Teilzeit und jonglieren den Alltag. Es läuft immer sehr viel, Pausen gibt es höchstens in den Ferien. Wir sind ein gutes Team, doch wir leben aneinander vorbei. Ich mache mir Sorgen um die Zukunft unserer Beziehung. Wie leben wir mehr Liebe im Alltag?

Sie und Ihr Mann haben in den letzten Jahren eine Familie gegründet, Kinder betreut, Haus- und Erwerbsarbeit geleistet und einen Umbau organisiert. Was Sie beschreiben, passiert vielen Eltern: Die Anforderungen des Alltags fressen alle Energie. Auch sind die gesellschaftlichen Ansprüche gestiegen, Selbstoptimierung und ständige Leistungsbereitschaft gelten als Pflicht – kein Wunder, geht die Pflege der Partnerschaft im dichten Alltag häufig unter. Bildlich gesprochen ist die Beziehung wie ein Garten: Wenn man sich nicht darum kümmert, verdorren die Blumen und verkümmern die Pflanzen.   

Ihre Kinder sind mitten in der Ablösungsphase, das ist ein guter Moment, sich wieder mehr um die Paarbeziehung zu kümmern. Nehmen Sie sich einen ruhigen Moment, um innezuhalten und sich zu fragen: Wie sähe Ihr Zusammenleben aus, wenn Sie sich wieder näher wären? Würden Sie mehr Gespräche führen? Worüber? Was würden Sie gern miteinander erleben? Welche Rollen spielen Intimität und Sexualität? Diese Reflexionen könnten Sie auch schriftlich festhalten.

Im nächsten Schritt suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Mann. Teilen Sie Ihre Gedanken mit ihm, was Sie beschäftigt und beunruhigt. Fragen Sie nach, wie er das Miteinander erlebt. Wie geht es ihm? Ist er offen für Ihren Wunsch, sich um den Beziehungsgarten zu kümmern? Falls ja, fragen Sie ihn: «Was möchtest du mit mir erleben? Was ist dir wichtig? Wie siehst du uns als Paar?» Und sagen Sie ihm, was Ihnen wichtig ist, wie Sie der Beziehung Raum geben würden. Offene Gespräche, aufmerksam zuhören ohne Handy in Reichweite, erzählen, was einen freut oder beschäftigt, stiftet Nähe. Vielleicht entsteht daraus ein Ritual, das Verbundenheit schafft. Wenn wir spüren, dass wir einander wichtig sind, entsteht die Bereitschaft, uns Zeit füreinander zu nehmen, aufmerksam und zugewandt.

Haben Sie auch eine Frage?

Fachleute beantworten Ihre Fragen zu Glauben und Theologie sowie zu Problemen in Partnerschaft, Familie und anderen Lebensbereichen: Corinne Dobler (Seelsorge), Martin Bachmann und Salome Roesch (Partnerschaft und Sexualität) und Ralph Kunz (Theologie). 

Senden Sie Ihre Fragen an «reformiert.», Lebensfragen, Preyergasse 13, 8001 Zürich. 

Oder an   

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